International erfolgreicher Dirigent leitet die Harmoniemusik Hindelang


Bild:   Angela Lamprecht

Am 17.04.2022 berichtete die Allgäuer Zeitung über den Dirigenten der Harmoniemusik Hindelang: Christoph Eberle aus Hittisau

„International erfolgreicher Dirigent leitet die Harmoniemusik Hindelang“ von Veronika Krull

Christoph Eberle hat namhafte Orchester geleitet – von Japan bis Florida. Seit 2017 führt er die Harmoniemusik Hindelang. Er schätzt die Laienmusiker sehr.

Er hat auf der ganzen Welt namhafte Orchester dirigiert, darunter die Prager Symphoniker, das New Zealand Symphony Orchestra, das Royal Scottish National Orchestra, Florida Philharmonic, das Mozarteum-Orchester Salzburg oder das Tokyo-Metropolitan-Symphonie-Orchester. Seit 2017 arbeitet Christoph Eberle (63) mit der Harmoniemusik Hindelang zusammen. Am Sonntag, 17. April, laden er und seine 60 Musiker zum Osterkonzert ein – der ersten großen Veranstaltung nach zwei Jahren Coronapause.

Klarinettist in Hittisau gesucht

Auch wenn er mit vielen professionellen Musikern zusammengearbeitet hat, ist ihm das Musizieren in einem Laienorchester nicht fremd. Mit 13, 14 Jahren wurde Eberle Mitglied des Musikvereins in seinem Heimatort Hittisau (Vorarlberg). Damals wurden Klarinettisten gesucht, der Dirigent überredete ihn, „und Klarinette beziehungsweise Saxophon wurden meine Instrumente“. Die Klarinette gefällt ihm deshalb so gut, weil es für sie „tolle Literatur“ gibt, etwa von Mozart oder Brahms. Christoph Eberle absolvierte ein Musikstudium in den Hauptfächern Klarinette und Dirigieren am Landeskonservatorium für Vorarlberg und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien.

„Du hast Talent. Mach was draus.“

Warum entschied er sich neben „seinem“ Instrument auch für das Dirigieren? Das habe zu einem Pflichtfach gehört, und der Lehrer meinte alsbald: „Du hast Talent. Mach was draus.“ Auch der Student stellte fest: „Das liegt mir.“ Schon mit 21 Jahren gründete und leitete er in Vorarlberg ein Kammermusik-Ensemble. „Dirigieren ist eine Arbeit, die sehr viel mit Gestaltung zu tun hat“, erklärt er seine Faszination: „Man kann musikalisch sehr viel ausdrücken.“

Ruhepol Harmoniemusik Hindelang

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der Harmoniemusik Hindelang? „Ich war sehr lange sehr viel unterwegs, habe dann eine Familie gegründet, und es war wahnsinnig schwierig, alles zu vereinbaren.“ So habe er als Vater von vier Kindern beschlossen, alles etwas ruhiger angehen zu lassen, mehr zu Hause zu sein. „Die Harmoniemusik wurde zu einem Ruhepol.“ Außerdem hatte er 2015 die Vier-Länder-Jugendpilharmonie „Quarta“ gegründet. Das seien jetzt seine Schwerpunkte geworden. Und dann gibt es noch das Familienquintett „Eberle 5“: Alle vier Kinder spielen ein Instrument.

Rückkehr in die Jugendzeit

Die Arbeit mit der Harmoniemusik ist für ihn so eine Art Rückkehr in die Jugendzeit: „Ich komme ja aus der Blasmusik.“ Damals habe er mit viel Leidenschaft musiziert. Und gerade das gefällt ihm an einem Laienorchester. „Die Musiker proben mit viel mehr Leidenschaft und Engagement. Im Gegensatz zu manchen Profis, die einfach gesättigt sind.“ Und natürlich müsse man ausloten, welche Literatur zu einem Laienorchester passt. Aber der Dirigent stellt ausdrücklich fest: „Trotz der Profi-Arbeit möchte ich die Amateure nicht geringschätzen.“ An der Harmoniemusik gefällt ihm besonders der „kompakte, noble“ Klang, die Musiker haben „eine gute Intonation und spielen klanglich sehr ausgewogen“.

„Wir versuchen es miteinander“

Am Sonntag wird er mit der Hindelanger Blasmusik im ersten Teil unter anderem die Ouvertüre zur Mozartoper „La clemenza di Tito“, von Schubert den Militärmarsch Nr. 3 und den ersten Satz aus Beethovens „Schicksalssinfonie“ präsentieren. Im zweiten Teil gibt es deutschen Bigband-Sound der 70er und 80er Jahre von Paul Kuhn, Max Greger, Hugo Strasser und James Last. 2017 haben das Orchester und er gesagt: „Wir versuchen es miteinander.“ Ein Experiment, das offensichtlich geglückt ist: „Beide Seiten haben, glaube ich, ihre Freude.“